(MARKTNACHRICHTEN, Krefeld, den 23.12.2018) Grundsätzlich sehen sich die Kapitalmärkte den bekannten Belastungsfaktoren gegenüber, die das Kursgeschehen schon seit dem dritten Quartal begleiten. Dabei dominieren nach wie vor die geopolitischen Risiken. Vorneweg findet sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie das nicht enden wollende Brexit-Drama. In beiden Fällen ist der Ausgang noch völlig unklar. Last but not least trüben sich weltweit die Konjunkturaussichten zusehends ein. Allen genannten Risiken ist gemein, dass sie in den letzten Wochen nicht abgenommen haben, sondern partiell eher größer geworden sind.

Geopolitik

Den gewichtigsten Belastungsfaktor stellt weiterhin der ungelöste Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und China dar. Sollte dieser weiter eskalieren und in einen lang andauernden Handelskrieg übergehen, wäre dies ein schwerer Bremsklotz für die Weltwirtschaft. Große Hoffnung setzten Anleger zum Monatswechsel auf den G20 Gipfel in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Von den im Umfeld geführten Verhandlungen beider Konfliktparteien versprachen sich Beobachter zumindest eine Entspannung. Genau danach sah es dann zunächst auch aus. Beide Seiten einigten sich auf eine Frist von 90 Tagen, innerhalb derer die Differenzen beigelegt werden sollten.

Entsprechend kontraproduktiv wirkte sich die in Kanada erfolgte Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei aus. Diese ist zwar momentan auf Kautionsbasis wieder auf freiem Fuß, soll aber weiterhin an die USA ausgeliefert werden. Hintergrund scheinen angebliche Verstöße gegen die Iran-Sanktionen der USA zu sein. Zumindest nicht auszuschließen ist, dass diese Entwicklung zu einer Deeskalation im Zollstreit beiträgt. Nichtsdestotrotz will China nun die ursprünglich für den Jahresbeginn geplante nächste Runde neuer Zölle aussetzen. Betroffen sind zunächst Aufschläge auf amerikanische Agrargüter, Automobile sowie Energieprodukte. Konkret reduziert China Zölle für US-Automobilimporte von 40 auf 15 Prozent und gestattet zudem wieder den Import US-amerikanischer Sojabohnen. Diese Geste macht zumindest Hoffnung auf eine einvernehmliche Beilegung des Handelskonflikts im neuen Jahr.

Auch in der alten Welt sind die geopolitischen Rahmenbedingen weiterhin von erheblicher Unsicherheit geprägt. So scheint das Brexit-Drama kein Ende nehmen zu wollen. Die englische Premierministerin Theresa May sah sich, angesichts massiven parlamentarischen Widerstandes gegen ihren mit Brüssel ausgehandelten Brexit-Entwurf, mit einem Misstrauensantrag konfrontiert, konnte diesen aber erfolgreich abwehren. Die geplante Abstimmung über das Vertragswerk wurde mangels Erfolgsaussichten nichtsdestotrotz bis spätestens zum 21. Januar 2019 vertagt. Bei einer Niederlage hätte der für Ende März geplante und vor allem geordnete Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) zur Disposition gestanden. Weitere Zugeständnisse konnte die britische Regierungschefin auch auf dem EU-Gipfel in Brüssel nicht erreichen. Im Raum steht nun ein möglicherweise erneutes Referendum über den EU-Verbleib Großbritanniens. Im Zuge dessen wären der Rücktritt Theresa Mays und sogar Neuwahlen denkbar. Politisches Chaos in London: Ende offen.

Ein Lichtblick kommt dagegen von der südlichen Euro-Peripherie. So konnten die EU und Italien eine Einigung im Budgetstreit um den italienischen Staatshaushalt erzielen. Demnach hat Brüssel für 2019 ein Defizit von 2,04 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung gebilligt. Von den seitens Italiens ehemals verbindlich zugesagten 0,8 Prozent ist damit nicht mehr viel übrig. Die neue Regierung hatte auf eine Neuverschuldung in Höhe von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gepocht. Mit dem nun gefundenen Kompromiss scheint die Gefahr einer neuerlichen Euro-Krise erst einmal gebannt und einer der zuletzt prägenden Belastungsfaktoren vom Tisch. Ungewollte Schützenhilfe hat Rom dabei aus Paris erhalten. Massive Unruhen durch die sogenannte Bewegung der „Gelbwesten“ hatten Präsident Macron zuletzt unter erheblichen Druck gesetzt.

Als Auslöser fungierten diverse Reform- und Sparmaßnahmen, die auch Steuererhöhungen beinhalteten. Die französische Regierung versucht die Bevölkerung nun mit großzügigen Finanzzusagen zu besänftigen, die jedoch den Haushaltsauflagen seitens der EU entgegenstehen. Frankreich wird nun seinerseits die Defizitkriterien brechen. Mit neuen Sozialausgaben und steuersenkender Politik wird das Haushaltsdefizit Frankreichs 2019 über drei Prozent liegen. Innerhalb der Verhandlungen zwischen Brüssel und Rom war dies natürlich eine Steilvorlage für Italien. Angesichts des Kompromisses, der Italien weitgehend entgegenkommt, können die Anleger also aufatmen. Auf der anderen Seite werden die Stabilitätskriterien der Währungsunion ein weiteres Mal aufgeweicht. Das regelbasierte Vertragswerk der Europäischen Union (EU) bekommt somit weitere Risse. Die Glaubwürdigkeit ist dahin. Keine schöne Perspektive für den Euro.

Aktienmärkte

Mit Ausnahme Italiens ist jedoch keiner der verbliebenen Belastungsfaktoren vom Tisch. Vielmehr hat sich die unsichere Gemengelage noch verschärft. Entsprechend schwach tendieren die Aktienmärkte auch im Dezember. Allen gennannten Konfliktherden ist jedoch weiterhin gemein, dass sie, im Falle einer Deeskalation, für die Aktienmärkte ein stattliches Erholungspotential bergen. Tiefer geht zwar immer, aber angesichts des zu beobachtenden Korrekturausmaßes könnten korrelierende ‚Worst Case‘-Szenarien bereits zu einem guten Teil eingepreist sein. Auf der anderen Seite darf natürlich auch das finale Abdriften in einen Bärenmarkt nicht ausgeschlossen werden. Zuletzt stellten sich sämtliche Erholungsphasen lediglich als temporäre Gegenbewegungen im Abwärtstrend heraus. Schlussendlich wurden allesamt für Gewinnmitnahmen genutzt, um in der Folge neuerliche Tiefs anzusteuern. Investoren befinden sich im ‚Risk-Off‘-Modus. Schauen wir uns an, wie sich dies auf die Performance der weltweit wichtigsten Aktienindizes niederschlägt:

Bei 10.519 Punkten verliert der deutsche Aktienindex (DAX) seit Jahresbeginn 18,24 Prozent. Gegenüber seinem Jahreshoch weist der Dax sogar einen Abschlag von 22,62 Prozent aus. Damit befindet sich der heimische Leitindex per Definition (Kursrückschlag > 20%) in einem Bärenmarkt. Nicht viel besser sieht die Performance des EuroStoxx aus, der bei 2.962 Zählern seit dem 1. Januar 2018 15,26 Prozent und zum Jahreshoch gleich 19,26 Prozent abgeben musste. Der britische FTSE 100 schlug sich vor diesem Hintergrund noch vergleichsweise wacker – und dass trotz aller Brexit-Wirren. Nichtsdestotrotz weist das Londoner Kursbarometer seit Jahresanfang ein Minus von 13,24 Prozent aus. Gegenüber dem Jahreshoch gibt der Leitindex um 15,74 Prozent nach.

Während die Aktienmärkte in der sog. alten Welt bereits im Frühjahr den Weg gen Süden einschlugen, kamen die US-Indizes erst im vierten Quartal unter Druck. Dies lag auf der einen Seite an den positiven Auswirkungen der unternehmensfreundlichen Steuerreform, und zum anderen daran, dass bis in den Herbst hinein haussierende Technologietitel mit überproportionaler Marktkapitalisierung (Apple, Alphabet & Co.) die betreffenden Indizes stützen konnten. Doch damit war es im dritten Quartal vorbei. Die negative Performance in Relation zum Jahresbeginn fällt damit jedoch moderater aus als bei den europäischen Pendants aus. So notiert der Dow Jones bei 22.434 Punkten 9,38 Prozent schwächer. Die Technologierbörse Nasdaq verbucht vor diesem Hintergrund ein Minus von 5,56 Prozent auf 6.045 Zähler. Der marktbreite S&P 500 präsentiert bei 2.413 Punkten einen Abschlag von 9,83 Prozent. Die Verluste betreffender US-Indizes gegenüber dem Jahreshoch liegen dagegen zwischen 15 und 19 Prozent und geben einen Hinweis auf die Intensität der Korrekturdynamik der letzten Wochen.

Handelskonflikt und Konjunktursorgen haben auch die Aktienmärkte Asiens und insbesondere das Kursgeschehen im Reich der Mitte belastet. So verliert der chinesische SSE 50 bei 2.306 Punkten 20,5 Prozent gegenüber Jahresbeginn. Zum Jahreshoch steht sogar ein Abschlag von 27,51 Prozent zu Buche. Bei 19.797 Zählern präsentiert der japanische Nikkei indes ein Jahresminus von 12,95 Prozent und zum Jahrestop einen Malus von 16,98 Prozent. Auch koreanische Anteilsscheine können sich dieser Gemengelage nicht entziehen. Bei einem Kursstand von 2.056 Punkten verliert der KOSPI gegenüber Jahresbeginn 16,46 Prozent. Die Differenz zum Jahreshoch beläuft sich auf ein Minus von 20,76 Prozent.

Konjunktur

Das Wirtschaftswachstum innerhalb der Euro-Zone hat sich im dritten Quartal (Q3) leicht abgeschwächt. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten beiden Quartalen noch jeweils 0,4 Prozent zulegen konnte, weist es in Q3 nur noch ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem vorhergehenden Quartal aus. Als Bremsklotz fungierte vor allem das wirtschaftliche Schwergewicht Deutschland, das den ersten BIP-Rückgang seit Q1 / 2015 verzeichnen muss. Als Ursachen lassen sich gleich mehrere Faktoren anführen. Vorneweg findet sich die Handelsbilanz. So sind die Importe im betreffenden Zeitraum gestiegen, während auf der anderen Seite die Ausfuhren abgenommen haben. Letzteres liegt nicht zuletzt an hausgemachten Problemen des Automobilsektors. Zu nennen wäre bspw. die komplexe Umsetzung neuer Regulierungsvorschriften beim Schadstoffausstoß. Dazu kommt die saisonal bedingt extreme Hitzephase, die nicht zuletzt die für Transport und Logistik so wichtigen Wasserwege stark beeinträchtigt hat. Entsprechende Einbußen hatte dann auch der private Konsum zu verzeichnen.

Die OECD korrigiert derweil die Konjunkturprognosen für die Europäische Währungsunion bis 2020 nach unten. Für 2018 geht die Organisation von einem Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent aus. Für das kommende Kalenderjahr sieht sie noch ein Wachstum von 1,8 Prozent und für 2020 schließlich ein BIP-Plus von 1,6 Prozent. Hintergrund sind neben einer generellen konjunkturellen Eintrübung vor allem die negativen Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). Summa summarum verliert die Wirtschaft Europas damit an Wachstumsdynamik.

Selbiges gilt für die andere Atlantikseite, wenngleich von einem wesentlich höheren Niveau aus. So geht die OECD für die USA für das laufende Jahr noch von einem Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent aus. Doch auch dort verliert die Konjunktur an Schwung, da für 2019 ein BIP-Plus von 2,7 Prozent und für 2020 lediglich noch ein Zuwachs von 2,1 Prozent prognostiziert wird. Das liegt einerseits daran, dass der positive Effekt von Donald Trumps Steuerreform allmählich ausläuft und andererseits an den zunehmend negativen Auswirkungen der protektionistischen US-Handelspolitik. Der Verlust an konjunktureller Dynamik geht jedoch von einem, wie gesagt, hohen Niveau vonstatten. Die Fundamentaldaten sind mehr als solide. Der Arbeitsmarkt brummt. Beispielhaft sei die Arbeitslosenquote genannt, die mit einem Stand von 3,7 Prozent seit nunmehr drei Monaten auf dem niedrigsten Niveau seit den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts notiert. Die offiziellen, monatlichen US-Arbeitsmarktreporte weisen regelmäßig beindruckende Job-Daten aus.

Damit ist die USA weiterhin ein wesentlicher Stützpfeiler für die Weltwirtschaft. Mit Sorge schauen Anleger allerdings auf die Annäherung der Renditen kurz- und langlaufender US-Staatsanleihen. Das Schreckensszenario stellt eine inverse Zinskurve dar. Dabei steigen die Zinsen für kurzlaufende Treasuries sprunghaft an, während zugleich die Zinsen für Langläufer deutlich nachgeben. Bis dato indizierte eine derartige Konstellation recht zuverlässig eine bevorstehende Rezession. So nahm die Zinskurve bereits Monate vor dem Platzen der Dot.com-Blase in 2000 und auch im Vorfeld der US-Hypothekenkrise im Jahr 2008 eine inverse Struktur ein.

Mit Blick auf die globale Konjunktur geht die OECD indes weiterhin von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent aus. Für 2019 und 2020 wurde das erwartete BIP-Plus von jeweils 3,7 Prozent auf 3,5 Prozent gesenkt. Zu einem nicht unwesentlichen Anteil ist dies auf das schwächelnde Wirtschaftswachstum Chinas zurückzuführen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt legte im dritten Quartal mit 6,5 Prozent nicht nur weniger zu als erwartet. Ein derart schwaches Wachstum wies das Reich der Mitte zuletzt Anfang 2009 aus. In diesem Kontext zeigen sich also erste Auswirkungen des Zollkonflikts mit den USA. Für 2018 erwartet China ebenfalls einen BIP-Plus von 6,5 Prozent. Der Internationale Währungsfonds reduzierte seine Wachstumsprognose für 2019 von 6,4 auf 6,2 Prozent. Auch die Weltbank geht für das kommende Jahr von einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf 6,2 Prozent aus.

Geldpolitik

Angesichts der gegenwärtigen Konjunkturdelle sowie der sich in diesem Zusammenhang zusehends eintrübenden Aussichten, dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) auch weiterhin geldpolitisch zurückhaltend agieren. Zuletzt hatten die europäischen Währungshüter die Wachstumsprognosen für die Euro-Zone in 2018 und 2019 um jeweils 0,1 Prozent auf 1,9 und 1,7 Prozent gesenkt. In diesem Kontext unterstrich EZB-Chef Mario Draghi noch einmal die von Brexit nebst Handelskonflikt ausgehenden, negativen Konjunkturauswirkungen. Zugleich geht die EZB bis Ende 2021 von Inflationsraten aus, die zu keinem Zeitpunkt dem gewünschten Teuerungsniveau von zwei Prozent nahekommen.

Auch vor diesem Hintergrund gibt es also keinen Handlungsbedarf für Zinserhöhungen. Lange Rede, kurzer Sinn: die EZB belässt den Leitzins nach wie vor bei null Prozent. Eine Erhöhung ist, wenn überhaupt, frühestens ab Herbst 2019 vorgesehen, aber wenig wahrscheinlich. Das seit März 2015 laufende Anleihekaufprogramm läuft derweil wie geplant zum Jahresende aus. Es wird also nicht noch mehr Kapital in die Märkte gepumpt, die Liquiditätsausstattung bleibt jedoch auf Rekordniveau, da die Wiederanlage fällig werdender Staatsanleihen auch weiterhin möglich ist. Entsprechend niedrig dürften hierzulande auch die Geldmarktzinsen notieren.

Bis dato konnten Anleger in allzu unsicheren Marktphasen stets auf die Unterstützung der US-Notenbank Federal Reserve System (FED) bauen. Diese Zeiten könnten vorbei sein. Die Fed-Sitzung im Dezember erwies sich jedenfalls als der erwartete Impulsgeber und sorgte für die entsprechende Bewegung, vorneweg an den Aktienmärkten. Allerdings weniger in die Richtung, die sich die Mehrheit der Investoren erhofft hatte. Wie erwartet verkündete das Federal Reserve System zunächst einmal die Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf einen Korridor von nunmehr 2,25 bis 2,50 Prozent. Keine Überraschung auch, dass die angedachte Zahl an Zinsschritten im kommenden Kalenderjahr, angesichts sich auch in den USA eintrübender Konjunkturaussichten, von drei auf zwei reduziert werden dürfte. Bereits an dieser Stelle hatten aber nicht wenige Marktakteure auf eine Zinsschrittpause spekuliert.

Doch von einem erhofften Auslaufen der zuletzt geldpolitisch restriktiveren Marschroute im kommenden Jahr war keinesfalls die Rede. Vielmehr gedenkt das Fed in puncto weiterer Zinserhöhungen lediglich geduldiger zu agieren. Zugleich verkündete Fed-Chef Jerome Powell, die Bilanzsumme der US-Notenbank weiter reduzieren zu wollen, was wiederum nichts anderes bedeutet, als den Märkten weitere Liquidität zu entziehen. In diesem Kontext geht es immerhin um ein monatliches Volumen von rund 50 Milliarden US-Dollar. Der entscheidende Auslöser für die harsche Abwärtsreaktion an den Aktienmärkten waren jedoch Powells Äußerungen, wonach das Fed den Tendenzen der Kapitalmärkte keine allzu große Beachtung zukommen lasse. „Wir blicken nicht auf einzelne Märkte, sondern auf die allgemeinen finanziellen Bedingungen, die aus unserer Geldpolitik folgen.“ so seine Worte. Bis dato galt das Federal Reserve System via geldpolitischer Absicherungsmaßnahmen (sog. Fed Put) als „Last Resort“ in Zeiten angeschlagener Märkte, nebst massiver Kursverluste. Diese Zeiten scheinen vorerst vorbei.

Rohstoffe

Bis Mitte Oktober hatte der Ölpreis eine atemberaubende Rally hingelegt. So kletterte Brent innerhalb von drei Jahren um fulminante 75 Prozent und markierte im Herbstmonat Notierungen im Bereich von 86 US-Dollar pro Barrel. Mitte Dezember ist davon nicht mehr viel übrig. Bei derzeit rund 54 US-Dollar hat die Nordseemarke wieder ca. 37 Prozent zum Oktoberhoch abgegeben. Als Katalysator diente die durch das US-Außenministerium erfolgte Relativierung des Handelsembargos gegenüber dem Iran. Letzterer gehört zu den weltweit größten Förderern und Exporteuren des schwarzen Goldes. Ursprünglich hätten die US-Sanktionen am 4. November 2018 in Kraft treten sollen und in der Folge für eine Angebotsverknappung beim Rohöl gesorgt. Dieses Szenario hatten die Ölpreise zuvor via starker Aufwärtsdynamik antizipiert.

Kurz vor Beginn des Embargos veröffentlichten die USA jedoch eine Liste von acht Ländern, die ohne Strafauswirkungen seitens der USA nun doch persisches Öl importieren dürfen. Betreffende Länder, darunter China und Indien, machen wiederum insgesamt 85 Prozent der iranischen Ölausfuhren aus. Die Talfahrt bei Brent und WTI nahm ihren Lauf und wurde noch flankiert von Ankündigungen Donald Trumps, die Förderung US-Öls auf unverändert hohem Niveau halten zu wollen. OPEC-Mitglieder versuchen nun ihrerseits mit einer Drosselung der täglichen Förderquoten dagegen zu halten, um die Marktpreise zu stabilisieren. Ob das reicht wird sich zeigen. Zum Angebotsüberhang könnte nämlich noch eine tendenziell schwächere Nachfrage im Zuge der sich abschwächenden Weltkonjunktur hinzukommen. Der starke US-Dollar (Greenback) fungiert in diesem Zusammenhang als weiterer Preisdämpfer. Vor diesem Hintergrund dürfte das Kursgeschehen weiterhin volatil und somit schwer kalkulierbar bleiben. Brent müht sich derzeit im Bereich von 55 US-Dollar um eine zaghafte Bodenbildung. Selbiges gilt für WTI Crude Oil im Bereich von 45 US-Dollar.

In einer bereits wesentlich länger andauernden Bodenbildungsphase befindet sich die weltweit älteste Währung Gold. Nach der zuvor erfolgten Baisse stehen die Chancen für eine Trendwende nun gar nicht so schlecht. Im vierten Quartal 2018 zeigt das glänzende Edelmetall beeindruckende relative Stärke nicht zuletzt gegenüber den Aktienmärkten. Gold wird verstärkt in unsicheren Marktphasen als Stabilität und Sicherheit versprechender Anlagehafen gesucht. Als Musterbeispiel dient die sich seit Herbst forcierende Talfahrt an den Aktienmärkten. Während Gold auf Dreimonatssicht knapp 5 Prozent zulegen kann, verloren die US-Aktienindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P im Mittel rund 18 Prozent an Boden. In Zeiten abnehmender Risikobereitschaft unter Anlegern und zugleich hoher Schwankungsintensität an den Finanzmärkten, fungiert Gold als klassische Absicherung innerhalb eines diversifizierten Portfolios. Angesichts der sich abzeichnenden Probleme an den Finanzmärkten und daraus möglicherweise resultierender Maßnahmen der Notenbanken (bspw. Comeback expansiver Geldpolitik des Federal Reserve Systems / Geldschwemme) könnte Gold in 2019 noch an Attraktivität gewinnen. Selbiges gilt bereits für ein Auslaufen der Zinserhöhungen seitens der Fed. In diesem Kontext wären eine anziehende Inflation sowie ein wieder schwächer tendierender Greenback als potentielle Preistreiber zu nennen.

Anleihen

Angesichts der unsicheren Gemengelage und einhergehender Nervosität an den Aktienmärkten gehen Investoren aus dem Risiko. Sicherheit und Stabilität heißen die Devise. Anlageklassen mit diesem Versprechen werden umso stärker gesucht. Klassisch zählen dazu neben Gold auch die Staatsanleihen westlicher Industrienationen. Insbesondere die Langläufer aus den USA und Deutschland erfreuen sich derzeit großer Popularität. So haben in der Folge die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen gegenüber November um rund 0,35 Prozent auf knapp 2,85 Prozent nachgegeben. Die laufende Verzinsung 10-jähriger Bundesanleihen notiert bei nur noch 0,23 Prozent und damit über ein halbes Prozent unterhalb des Jahreshochs. Die derzeit starke Nachfrage nach Gold und Staatsanleihen veranschaulicht eindrucksvoll, wie wichtig die Verteilung des Risikos, sprich die Diversifikation eines Investment-Portfolios über alle Anlageklassen hinweg ist. Dies gilt insbesondere für Marktphasen, die von starker Unsicherheit geprägt sind. Das turbulente Börsenjahr 2018 dient als gutes respektive warnendes Beispiel.

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