Market Update – Februar 2019

(MARKTNACHRICHTEN, Krefeld den 27.02.2019) Einem turbulenten Jahresausklang nebst dynamischer Erholungsrally im ersten Kalendermonat 2019 folgte ein stabiler Februar. So lässt sich in aller Kürze das Kursgeschehen an den internationalen Aktienmärkten zusammenfassen. Dabei sind die maßgeblichen Belastungsfaktoren, die für die extreme Volatilität in 2018 gesorgt haben, noch keinesfalls aus der Welt. Jedoch hatten die Finanzmärkte nunmehr ausreichend Zeit und Spielraum, besagte Risiken in das Kursgeschehen einzuarbeiten. Psychologie gehört zu den entscheidenden Kurstreibern an den Börsen dieser Welt. In der Folge neigen die unterschiedlichen Anlageklassen zu Übertreibungen gen Norden sowie nach Süden. Dies gilt insbesondere in Korrekturphasen, so berechtigt die Gründe dafür auch sein mögen. Wie es derzeit um die einzelnen Märkte bestellt ist und von welchen Einflussgrößen diese zuletzt dominiert wurden, wollen wir uns in den folgenden Kapiteln näher anschauen.

Geopolitik

Mit Argusaugen schauen Anleger weiterhin auf den noch ungelösten Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zuletzt rückten wechselseitig in Peking und Washington geführte Verhandlungen in den Fokus. Bis dato jedoch ohne Resultate. Bis zum 1. März galt es sich für die Kontrahenten zu einigen. An besagtem Datum endet der Ende November letzten Jahres verabredete Burgfrieden, innerhalb dessen der Verzicht auf weitere Handelssanktionen eine gütliche Einigung ermöglichen soll. In diesem Kontext sorgte Donald Trump mit der Aussage, auf besagten Automatismus verzichten zu wollen, für ein versöhnliches Signal gen Reich der Mitte. Weißer Rauch ist jedoch noch nicht zu sehen. Beiderseitig verhängte Strafzölle gehören zu den maßgeblichen Belastungsfaktoren an den weltweiten Finanzmärkten und haben entscheidenden Einfluss auf die Dynamik der Weltkonjunktur. Eine finale Einigung zwischen den zwei weltweit größten Volkswirtschaften bleibt ein potentieller Katalysator für weitere Aufwärtsambitionen nicht zuletzt auch an den Aktienmärkten.

Mit Blick auf Europa gibt es auch von dem nicht enden wollenden Brexit-Drama keinerlei Fortschritt zu berichten. Mitte Januar hatte das britische Unterhaus das von Premierministerin Theresa May mit der  EU ausgehandelte Austrittsabkommen abgelehnt. Ein im Anschluss gestelltes Misstrauensvotum konnte die Regierungschefin abwehren und setzt nun auf Nachverhandlungen mit Brüssel, um weitere Zugeständnisse zu erreichen. Die EU hat jedoch bereits mehrfach betont, keinerlei weiteren Verhandlungsspielraum zu sehen. Als gordischer Knoten fungiert der sogenannte Backstop, mit dem eine harte Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland verhindert werden soll. Die EU verlangt im Gegenzug, dass Nordirland Teil des Binnenmarktes bleibt, solange kein Handelsabkommen mit London vereinbart wurde. Das wiederum wird vom britischen Parlament strikt abgelehnt. Am 29. März soll der rechtskräftige Austritt aus der EU stattfinden, wenn es denn ein geordneter sein soll. Im Falle eines ungeordneten, sprich harten Brexits drohen signifikante wirtschaftliche Konsequenzen für beide Seiten, vorneweg für das Vereinigte Königreich. Eine ‚aufgeschoben ist nicht aufgehoben‘-Variante könnte vor diesem Hintergrund der seitens der britischen Regierung in Brüssel eingereichte Gesuch um Aufschiebung des Austrittstermins darstellen. Damit wäre zumindest nochmal etwas Zeit gewonnen.

Konjunktur

Zu den geopolitischen Unsicherheiten gesellen sich in der Folge zusehends Sorgen um die konjunkturelle Perspektive. Darauf weisen der jüngst für die Eurozone veröffentlichte Wirtschaftsklimaindex des Ifo-Institutes aus München hin. Im Januar fiel das Barometer, das die Erwartungen für die nächsten sechs Monate wiederspiegelt, erstmals seit 2014 unter den Nullpunkt. Nach zuletzt 6,6 Punkten findet sich das Barometer nun bei minus 11,1 Zählern wieder. Die einmal pro Quartal befragten Konjunkturexperten rechnen also im kommenden Halbjahr mit einem Abschwung. Frankreich wird vor diesem Hintergrund eine Rezession vorhergesagt, für Italien gar eine tiefe Rezession prognostiziert. Italiens Wirtschaftswachstum (Bruttoinlandsprodukt (BIP)) hatte sich im vierten Quartal 2018 in Relation zum Vorquartal um 0,2 Prozent reduziert. Bereits in Q3 war die Wirtschaftsleistung leicht zurückgegangen, womit definitionsgemäß – angesichts zweier Minusquartale in Folge – eine technische Rezession vorliegt.

Vor allem in Deutschland trübt sich die Konjunkturstimmung gemäß ZEW Konjunkturerwartungen sowie ifo Geschäftsklimadaten ein. So war das Ifo-Geschäftsklima für Deutschland im Januar auf den tiefsten Punkt seit fast drei Jahren gefallen. Dazu passt die gerade erst um nahezu 50 Prozent reduzierte Wachstumsprognose der Bundesregierung für das laufende Kalenderjahr. Statt mit einem BIP-Plus von 1,8 Prozent wird jetzt nur noch mit einem Anstieg um 1,0 Prozent gerechnet. Im vierten Quartal 2018 war Deutschland nur ganz knapp an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt. Der Brexit, der Zollstreit mit den USA und die Konjunkturschwäche in China belasten Deutschlands exportorientierte Unternehmenslandschaft. Am härtesten trifft es dabei den heimischen Automobilsektor. Mit minus sechs Prozent war der Autoabsatz in 2018 zum ersten Mal seit 20 Jahren rückläufig.

Für das gesamte Weltwirtschaftsklima weist der Ifo-Index im ersten Quartal dieses Jahres einen Rückgang von minus 2,2 Punkten auf minus 13,1 Punkte aus: der vierte Rückgang in Folge und zudem der niedrigste Stand seit Ende 2011. Auch aus globaler Perspektive trüben sich sowohl die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage, als auch die Erwartungen an die kommenden sechs Monate signifikant ein. Dies gilt nun auch für die USA. Laut New York Fed droht Amerika mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 24 Prozent in den kommenden 12 Monaten eine Rezession. Dagegen blieb das Wirtschaftsklima in den Schwellen- und Entwicklungsländern laut Ifo-Institut weitgehend stabil, nachdem es dort in den zwei Quartalen zuvor jeweils stark rückläufig war. So konnten sich bspw. Chinas Exportzahlen zuletzt wieder stabilisieren. Nichtsdestotrotz hat das Reich der Mitte, insbesondere verursacht vom Zollstreit mit den USA, mit einer sichtbaren Delle des Wirtschaftswachstums zu kämpfen.

Geldpolitik

Zu der unsicheren geopolitischen Gemengelage gesellen sich also auch zusehends Risiken, was die wirtschaftliche Wachstumsperspektive betrifft. Gerade in Europa und insbesondere in Deutschland aber lässt die Politik mit strukturellen Reformmaßnahmen und zukunftsweisenden Investitionen auf sich warten. Angesichts einer sich eintrübenden Konjunktur dürften auf der einen Seite Unternehmen ihre Investitionstätigkeit zunehmend einschränken, während Verbraucher ihren Konsum sukzessive reduzieren. Beides kann fundamentale Kollateralschäden für die Aktienmärkte nach sich ziehen. Gut zu wissen, dass sich Investoren vor diesem Hintergrund zumindest auf die Geldpolitik verlassen können.

Denn in der alten Welt können Anleger weiterhin von einer lockeren Geldpolitik ausgehen. Angesichts konjunktureller Gewitterwolken sowie einer sich weiter abschwächenden Inflationsrate, wird die Europäische Zentralbank wohl kaum die erste Zinserhöhung in Angriff nehmen. Störfeuer für die Aktienmärkte aus dieser Richtung sollten also ausbleiben. Investoren wird es freuen, Sparer eher weniger. Jedoch bleibt damit auch der zinspolitische Handlungsspielraum bei einer weiteren konjunkturellen Abkühlung limitiert. Seit März 2016 hält EZB-Chef Mario Draghi den Leitzins beim Rekordtief von 0,0 Prozent. Selbiges gilt für den Einlagenzins, der aktuell bei minus 0,4% notiert. Darüber hinaus wird Kapital aus fällig werdenden Anleihen, die im Rahmen des zum Jahreswechsel ausgelaufenen Anleihekaufprogramms erworben wurden, weiterhin reinvestiert.

Auch in den USA hat der globale Desinflationstrend zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Die Inflationsrate belief sich im Januar auf 1,6 Prozent nach 1,9 Prozent im Monat zuvor. In diesem Kontext thematisieren erste Repräsentanten der US-Notenbank bereits einen möglichen Stopp der Liquiditätsrückführungen (= Verkürzung der Bilanzsumme) bis Ende des laufenden Jahres. Dazu tauchen, wie bereits erwähnt, auch in den USA mittlerweile erste Gewitterwolken am Konjunkturhorizont auf. Nicht von ungefähr, auch wegen der zurückliegenden Kapriolen an den Aktienmärkten, hatte Fed-Chef Jerome Powell die zuvor sehr restriktiv avisierte geldpolitische Marschroute mit taubenhaften Äußerungen relativiert. Auch das Federal Reserve könnte also zunächst einmal eine Pause in puncto weiterer Zinserhöhungen einlegen. Im Unterschied zur EZB haben sich die amerikanischen Notenbanker aber mit einem Leitzinskorridor zwischen 2,25 – 2,50 Prozent einen Handlungsspielraum geschaffen, um künftige wirtschaftliche Schwächephasen zinspolitisch abfedern zu können.

Aktien

Seit Jahresbeginn lässt sich an den internationalen Aktienmärkten eine breit angelegte Erholung beobachten. Gestützt wird die Aufwärtsbewegung vor allem von der Hoffnung auf eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie Hinweisen der US-Notenbank, von einer allzu restriktiven geldpolitischen Marschroute in 2019 Abstand zu nehmen. Im Februar mündete die Jahresauftaktrallye in eine Seitwärtsbewegung respektive Konsolidierungsphase. Besagter Seitwärtskanal wurde Ende Februar gen Norden verlassen. Abzuwarten gilt weiterhin ob es sich um eine nachhaltige Aufwärtsdynamik oder lediglich eine technische Gegenbewegung innerhalb eines übergeordneten Bärenmarktes handelt. Kurzfristig besteht durchaus Rückschlagpotential, da sich die Aktienmärkte aus technischer Sicht in einer überkauften Marktlage und zudem an markanten Widerstandsregionen wiederfinden. Schauen wir uns die gegenwärtige Performance der weltweit wichtigsten Aktienindizes etwas näher an:

Bei derzeit 11.455 Punkten kann der deutsche Aktienindex seit dem 1. Januar ein Plus von 8,53 Prozent vorweisen und damit deutlich Boden gut machen. Aktuell ist der Dax mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter zwölf und einer geschätzten Dividendenrendite von annähernd vier Prozent moderat bewertet. Gegenüber seinem im Monat Dezember markierten Jahrestief von 10.381 Zählern notiert das Frankfurter Kursbarometer 10,35 Prozent fester. Ähnlich sieht die Performance des EuroStoxx aus, der bei 3.265 Punkten um 9,48 Prozent seit Jahresbeginn zulegen kann und zum Jahrestief gleich 10,52 Prozent dazu gewinnt. Relative Schwäche zeigt der britische FTSE 100, der natürlich unter den Brexit-Wirren zu leiden hat. Der Leitindex aus London kann seit Jahresanfang immerhin noch ein Plus von 6,49 Prozent auf 7.105 Zähler verbuchen. Gegenüber dem Jahrestief präsentiert er einen Aufschlag von 7,18 Prozent. Für die europäischen Aktienmärkte wird es nun ganz entscheidend darauf ankommen, ob ein ungeordneter ‚No Deal‘ – Brexit noch verhindert werden kann.

Auch in den Vereinigten Staaten kann sich der Aktienmarkt auf breiter Front erholen. Der medial so präsente Shutdown ist für die Börsianer eher ein Non-Event. Vielmehr treibt die Hoffnung auf eine baldige Lösung im Handelskonflikt mit China. Zudem spekulieren Investoren auf ein behutsameres Tempo, wenn nicht gar auf ein Aussetzen, der seitens der Fed anvisierten Zinserhöhungen für 2019. Gegenüber Jahresbeginn notiert der Dow Jones bei aktuell 25.988 Punkten 13,23 Prozent stärker. Die Technologierbörse Nasdaq verbucht im selben Zeitraum ebenfalls ein Plus von 13,23 Prozent auf 7.084 Zähler. Der marktbreite S&P 500 präsentiert bei 2.786 Punkten einen Aufschlag von 12,57 Prozent. Die Aufschläge der drei großen US-Indizes gegenüber dem Jahrestief belaufen sich auf 15 bis 17 Prozent.

Handelskonflikt und Konjunktursorgen hatten auch die Aktienmärkte Asiens und insbesondere das Kursgeschehen Chinas belastet. Der Zollstreit mit den USA zeigt konjunkturelle Wirkung. Jedoch honorieren Investoren die Fiskal- und Infrastrukturmaßnahmen durch die chinesische Regierung, die – flankiert von einer lockeren Geldpolitik – das Wirtschaftswachstum weiter ankurbeln sollen. In der Folge kann der chinesische SSE 50 bei 2.733 Punkten um fulminante 20,82 Prozent gegenüber Jahresbeginn und Jahrestief vorrücken. Demgegenüber präsentiert der japanische Nikkei bei 21.471 Zählern ein vergleichsweise moderates Plus von 8,1 Prozent für die ersten beiden Kalendermonate des Jahres; in Relation zum Jahrestief rückt der Index aus Tokio um 10,65 Prozent vor. Auch am südkoreanischen Aktienmarkt weist die Tendenz gen Norden. Bei aktuell 2.227 Punkten gewinnt der KOSPI seit Anfang Januar 9,33 Prozent dazu. Die Differenz zum Jahrestief beläuft sich auf ein Plus von 11,57 Prozent.

Anleihen

Die nach wie vor unsichere Gemengelage prägt auch das Kursgeschehen an den Rentenmärkten. Weiterhin werden insbesondere Staatspapiere mit hoher Bonität, sprich besonders sicher geltende Langläufer vor allem westlicher Industrieländer, nachgefragt. Vorneweg sind dies Staatsanleihen aus den USA und Deutschland. Noch in den Monaten Oktober und November waren bei US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren über 3,2 Prozent an laufender Verzinsung zu vereinnahmen. Zu diesem Zeitpunkt markierte die Rendite klassischer Treasury Bonds ein stattliches 5-Jahreshoch. Ende Januar waren es mit 2,73 Prozent bereits rund 50 Basispunkte weniger. Stand heute fällt die Rendite auf 2,66 Prozent und präsentiert zu den besagten Hochs nunmehr einen Abschlag von nahezu 60 Basispunkten. Selbiges gilt für 10-jährige Bundesanleihen. Aktuell rentieren deutsche Langläufer knapp oberhalb von 0,1 Prozent. Im Februar letzten Jahres gab es bei 10-jährigen Bundesanaleihen allerdings noch eine Rendite von über 0,7 Prozent zu holen. Daraus resultiert eine im Jahresvergleich mehr als 85 Prozent geringere Renditeausbeute.

Sowohl in neuer wie auch alter Welt fungieren der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die resultierende Sorge um eine Abschwächung der globalen Konjunkturdynamik als Renditedrücker. Flankiert wird das Ganze von nachgebenden Preisnotierungen auf den internationalen Rohölmärkten. In den Vereinigten Staaten kam noch der Shutdown (Regierungsstillstand) dazu, sowie Hinweise seitens der Fed, das Tempo weiterer Zinserhöhungen in 2019 zunächst einmal zu verlangsamen, wenn nicht gar komplett auszusetzen. Hierzulande kommt derweil Druck seitens zuletzt schwacher Konjunkturzahlen, vom nicht enden wollenden Brexit-Drama sowie von der angeschlagenen Volkswirtschaft eines hochverschuldeten Italiens, das im Worst Case Szenario ein Comeback der Euro-Krise einläuten könnte. Diese Risiken spiegeln die niedrigen Renditen an den Anleihemärkten wieder. Investoren bevorzugen also die Defensive: Sicherheit geht vor Risiko. Im Gegensatz zu den Aktienmärkten ist in den ersten beiden Kalendermonaten dieses Jahres von einer Erholung nichts zu sehen. Eine nachhaltige Deeskalation des Handelsstreits sowie eine wider Erwarten stramme geldpolitische Marschroute des Federal Reserve könnte dies jedoch ändern.

Rohstoffe

Analog zur Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten konnten zuletzt auch die Ölpreise zu einer breit angelegten Gegenbewegung ansetzen. Seit Jahresbeginn können sowohl das amerikanische WTI wie auch die Nordseesorte Brent auf deutliche Aufschläge verweisen. Während West Texas Intermediate Crude Oil in diesem Zeitraum ein Plus von derzeit 19,82 Prozent bei 55,56 US-Dollar verbucht, präsentiert Brent Ende Februar einen Zugewinn von 19,2 Prozent auf 65,13 US-Dollar. Im letzten Quartal vergangenen Jahres hatte das schwarze Gold noch über 40 Prozent an Wert einbüßen müssen. Auf der einen Seite scheint die von der Opec vereinbarte Förderquoten-Drosselung von täglich 1,2 Millionen Barrel (= Angebotsverknappung) Wirkung zu zeigen. Zum anderen stützt die Hoffnung auf eine baldige Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China.

Die weltweit nachlassende konjunkturelle Dynamik und die damit geringere Nachfrage der Auto-, Maschinen- und Elektroindustrie schlägt sich auch auf die Preise der Industriemetalle nieder. Der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt hat vor allem beim Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte Bremsspuren hinterlassen. In der Folge hat sich auch der Rohstoffhunger seitens der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft vermindert. Symptomatisch lässt sich hier Kupfer anführen: sage und schreibe 50 Prozent der weltweiten Nachfrage kommt aus China. Mit entsprechend massivem Druck sah sich dann auch das Industriemetall konfrontiert. Noch im Juni 2018 konnte ein Dreijahreshoch bei knapp 7.295 US-Dollar erobert werden. Anfang Januar markierte Kupfer dann ein 20-Monatstief bei 5.760 US-Dollar. Ein Rückgang von über 21 Prozent. Seitdem kann der Rohstoff wieder verlorenen Boden gut machen und zeigt sich in den letzten Februartagen knapp oberhalb von 6.520 US-Dollar.

Zunehmender Popularität erfreut sich die älteste Währung der Welt. Über die letzten sechs Monate kann Gold um rund 11 Prozent vorrücken. Dabei ist es vor allem der Nimbus als Sicherheit und Stabilität versprechender Anlagehafen, der das glänzende Edelmetall von Privatanlegern und institutionellen Adressen ansteuern lässt. Insbesondere den Turbulenzen an den Aktienmärkten verdankt Gold seine große Nachfrage. Dazu kommen Käufe von immer mehr Notenbanken, so auch die Zentralbanken aus Russland und China, über die eine Diversifikation der bis dato stark US-lastigen Devisenreserven und Anleihebestände erreicht werden soll. Das Ziel ist die Unabhängigkeit vom US-Dollar. Als weitere Stütze fungieren die jüngsten Hinweise der US-Notenbank, die nächsten Zinssteigerungen wesentlich geduldiger anzugehen, als zuvor erwartet. Mittlerweile haben Goldunzen die runde Marke von 1.300 US-Dollar ein gutes Stück hinter sich lassen können. Genanntes Preislevel dient nun als erste Supportzone im Falle konsolidierungsbedingter Rücksetzer. Derzeit notiert Gold bei 1.326 US-Dollar je Feinunze.

 

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Market Update Januar 2019

(Marktnachrichten: Krefeld, den 29.01.2019) Nach einem denkwürdig turbulenten Dezember zeigen sich die internationalen Finanzmärkte im ersten Kalendermonat des neuen Jahres bereits wieder von ihrer freundlichen Seite. Insbesondere an den Aktienmärkten verfolgen die Anleger einen Jahresauftakt, der sich sehen lassen kann. Angesichts der breit angelegten Korrektur in 2018 und insbesondere der Kurskapriolen in der zweiten Dezemberhälfte, bleibt die weitere Entwicklung hochspannend. Werfen wir also einen Blick auf die unterschiedlichen Anlageklassen, die potentiellen Belastungsfaktoren und Kurstreiber sowie das insgesamt sehr herausfordernde Umfeld für die Marktteilnehmer.

Geopolitik

Nicht wirklich Neues gibt es von dem weiter schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und China zu berichten. Anfang Dezember hatten sich die Kontrahenten auf dem G20 Gipfel auf eine Frist von 90 Tagen geeinigt, binnen derer die Differenzen beigelegt werden sollen. Diese endet demnach am 1. März: tempus fugit. Zwar wird seitdem nicht nur auf telefonischer Ebene, sondern auch in Peking vor Ort zwischen Delegationen beider Staaten verhandelt, zu einem entscheidenden Durchbruch ist es jedoch noch nicht gekommen. Wasserstandsmeldungen wechseln sich ab, mitunter hoffnungsvoll stimmende Zwischenergebnisse werden aber zeitnah wieder dementiert. Die Bremspuren beiderseitig verhängter Sanktionen bekommt die Konjunktur im Reich der Mitte bereits zu spüren. Besagte Strafzölle gehörten zu den maßgeblichen Belastungsfaktoren des vergangenen Jahres, dürften nun aber auch weitestgehend im Kursgeschehen eingepreist sein. Eine finale Einigung zwischen den zwei weltweit größten Volkswirtschaften wäre insofern ein potentieller Katalysator für eine Erholungsbewegung nicht zuletzt an den Aktienmärkten.

Was sich derweil in der britischen Hauptstadt rund um den geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union abspielt, macht nicht nur Börsianer fassungslos. Der von  Premierministerin Theresa May mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Vertrag wurde vom britischen Unterhaus mit krachender Mehrheit abgelehnt. Selbst ein großer Teil ihrer eigenen Regierungspartei votierte gegen das unterschriftsreife Papier. Einen anschließenden Misstrauensantrag konnte die Premierministerin dagegen erfolgreich abwehren. Wie es nun weiter gehen soll, ist völlig unklar. May hat nicht die Absicht die roten Linien des Vertrages neu aufzurollen, genau dies fordern aber die Parlamentarier mit Nachdruck. Für die von ihr beabsichtigten Nachverhandlungen in Brüssel hat die EU-Kommission bereits wissen lassen, das es kaum Spielraum für neue Zugeständnisse geben wird. Von einem weiteren Aufschub der Austrittfrist über mögliche Neuwahlen bis zu einem zweiten Brexit-Referendum scheint mittlerweile nichts mehr ausgeschlossen. Chaos in London. Ende offen.

Konjunktur & Geldpolitik

Zu dem nicht enden wollenden Brexit-Drama gesellen sich in der alten Welt auch zusehends konjunkturelle Sorgen. So ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren wieder geschrumpft. Berlin deutete bereits an, die BIP-Prognose für 2019 deutlich nach unten zu korrigieren. Im Januar hat sich das  deutsche Wirtschaftswachstum zwar minimal beschleunigt, die Dynamik blieb aber eine der geringsten der letzten vier Jahre. Der Sammelindex für die Produktion der Privatwirtschaft sowie der Industrie- und Dienstleistungsbranche zusammengenommen kletterte im Januar von 51,6 Zählern im Dezember auf 52,1 Punkte. Indes fällt der Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar überraschend deutlich auf 99,1 Punkte von zuvor 101,0 Zählern und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Italien könnte bereits in der Rezession stecken und bleibt angesichts der zugleich rekordhohen Staatsverschuldung und sich ergebender resultierender Refinanzierungsrisiken eines der potentiellen Euro-Sorgenkinder. Dazu könnte auch die nach der Bundesrepublik zweitgrößte EU-Volkswirtschaft Frankreich werden. So hat sich die Konjunktur im Nachbarland zuletzt deutlich abgeschwächt. Teure Zugeständnisse vor dem Hintergrund der Gelbwesten-Proteste dürften zusätzliche Wachstumspunkte kosten: die Haushaltsdefizitgrenze von 3,0 Prozent steht damit zur Disposition. Macrons ambitionierter Reformkurs wird sich fortan nicht mehr so konsequent vorantreiben lassen. Summa summarum schlagen sich die politischen wie konjunkturellen Risiken auf die komplette Euro-Zone nieder. Dies spiegelt eine ganze Reihe von Konjunkturindikatoren wider, die sich deutlich eingetrübt haben.

Die Finanzmärkte haben bereits im Vorfeld der EZB-Januarsitzung auf die schwierige Gemengelage reagiert. Angesichts der jüngsten Wachstumsabschwächung und den steigenden Risiken für die Konjunktur in der Euro-Zone rechnen die Anleger frühestens für Mitte 2020 mit der ersten Zinsanhebung. Das signalisierten zuletzt die Terminmärkte, die noch im September eingepreist hatten, dass Mario Draghi bis zu seiner letzten Amtssitzung die Leitzinsen anheben würde. Und sie sollten recht behalten. So gab sich der EZB-Präsident im Januar deutlich pessimistischer als auf der vorhergehenden Sitzung. Die Wachstumsdynamik bezeichnete er als schwächer als bislang gedacht. Zudem sehen die Währungshüter die Wachstumsrisiken erstmals seit April 2017 wieder nach unten gerichtet. Entsprechend beließ die Europäische Zentralbank den Leitzins beim mittlerweile seit März 2016 notierenden Rekordtief von 0,0 Prozent. Und dort wird er auch mindestens bis zum Ende des kommenden Sommers bleiben, bekräftigte Draghi. Selbiges gilt für den Einlagenzins, der aktuell bei  minus 0,4% notiert. Darüber hinaus beabsichtigt die EZB das Geld aus fällig werdenden Anleihen, die sie im Rahmen ihres zum Jahreswechsel ausgelaufenen Anleihekaufprogramms erworben hatte, noch lange Zeit zu reinvestieren. In diesem Kontext haben die europäischen Zentralbanker seit 2015 ein über 2,6 Billionen Euro schweres Portfolio an europäischen Staats- und Unternehmensanleihen erworben.

In den USA läuft die Konjunktur weiterhin auf Hochtouren: das Wirtschaftswachstum ist überdurchschnittlich und der Arbeitsmarkt boomt. Doch auch in der neuen Welt lassen sich erste Wolken am Horizont erkennen. Jüngste Erhebungen weisen darauf hin, dass die US-Verbraucher den Kauf neuer Wohnungen und kostenträchtiger Gebrauchsgüter zunehmend reduzieren. Flankiert wird dieser Trend von einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen, das in den letzten 20 Monaten hinter der Inflationsrate zurückblieb. Wenn der für die USA so wichtige Binnenkonsum zusehends abflaut, dürften die amerikanischen Unternehmen sowohl Neuinvestitionen, als auch die Einstellung neuer Mitarbeiter sukzessive zurückfahren. Noch ist es nicht soweit, jedoch gehen Ökonomen nunmehr von einem US-Wirtschaftswachstum aus, das in 2019 auf zwei Prozent oder knapp unter dieses Niveau sinken könnte.

Vor diesem Hintergrund fiel dann auch der jüngste Konjunkturausblick der US-Notenbank nicht mehr ganz so optimistisch aus. Man rechne mit einem etwas moderateren Wirtschaftswachstum, äußerte sich Fed-Chef Jerome Powell nach der Dezember-Sitzung. Während das Federal Reserve zuvor noch drei Zinserhöhungen für 2019 kommuniziert hatte, wurde die Aussicht nun auf zwei weitere Anstiege reduziert. Die Märkte hatten jedoch eine Aussetzung des laufenden Zinszyklus erwartet. Zugleich erhöhte die Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 – 2,50 Prozent. Heftige Turbulenzen nicht zuletzt an den Aktienmärkten waren die Folge. Doch bereits zum Jahresbeginn können Anleger wieder aufatmen. US-Notenbankchef Jerome Powell signalisierte bei einer Fragerunde in Atlanta Flexibilität bei der Zinspolitik und dämpfte die Sorgen vor einem zu restriktiven Kurs. Powell betonte zudem, man sei darauf vorbereitet die geldpolitische Marschroute ggfs. jederzeit anzupassen. Damit war der Grundstein für die derzeit zu beobachte Jahresauftaktrally gelegt. Auf breiter Linie können sich die internationalen Aktienmärkte von ihren Dezembertiefs erholen.

Indes sieht sich Chinas Volkswirtschaft wegen des Handelskonflikts mit den USA immer deutlicheren Bremsspuren gegenüber. So sind die Exporte aus dem Reich der Mitte markant gesunken. Dies gilt umso mehr für Ausfuhren in die Vereinigten Staaten. Während die Auslandsaufträge in der chinesischen Industrie bereits seit dem dritten Quartal letzten Jahres kontinuierlich nachgeben, hat sich in den vergangenen Monaten auch die Stimmung deutlich eingetrübt. Die Industrie-Einkaufsmanagerindizes sind im vergangenen Monat zum ersten Mal seit über 24 Monaten unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gesunken. Nichtsdestotrotz hält Peking weiterhin am aktuellen Wachstumsziel von 6,5 Prozent fest. Ein ganzes Paket an Einkommens- und Unternehmenssteuererleichterungen soll dabei für Entlastung sorgen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Dazu weitet die chinesische Regierung die öffentlichen Investitionen stark aus, zuletzt um geschätzt acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schützenhilfe kommt von der Zentralbank, die die betreffenden Stützungsmaßnahmen seit Jahresbeginn per erneut gelockerter Geldpolitik protegiert.

Aktien

Die unsichere Gemengelage in puncto Konjunkturerwartungen und Geopolitik, zudem der Liquiditätsentzug seitens der US-Notenbank zur Verkürzung der über die Krisenjahre aufgeblähten hauseigenen Bilanz, fungierten als wesentliche Belastungsfaktoren für die internationalen Aktienmärkte in 2018. Doch Börsen neigen zu Übertreibungen gen Norden wie auch gen Süden. Letzteres Szenario hat man zum Jahresausklang betrachten können, als die von der Fed enttäuschten Markterwartungen einen womöglich finalen Sell-Out nach sich zogen. Resultierende Preisniveaus scheinen indes sämtliche Worst-Case-Szenarien weitestgehend eingepreist zu haben. Angesichts solider Qualitätstitel zu nun verlockenden Preiskonditionen meldeten sich dann auch langfristig orientierte Investoren zurück. Entscheidender Katalysator für die seit Jahresbeginn laufende Erholungsbewegung war jedoch abermals das Federal Reserve, dessen Präsident Jerome Powell die zuvor noch restriktiv kommunizierte Geldpolitik deutlich relativierte. Abzuwarten bleibt nun, ob die Jahresauftaktrally von Nachhaltigkeit geprägt ist oder es sich lediglich um eine technische und damit temporäre Gegenbewegung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends handelt. Aktuell befinden sich die Marktakteure jedenfalls im ‚Risk-Off‘-Modus. Schauen wir uns an, wie sich dies auf die Performance der weltweit wichtigsten Aktienindizes niederschlägt:

Bei derzeit 11.238 Punkten kann der deutsche Aktienindex seit dem 1. Januar ein Plus von 6,3 Prozent vorweisen und damit deutlich Boden gut machen. Gegenüber seinem im Monat Dezember markierten Jahrestief von 10.381 Zählern notiert das Frankfurter Kursbarometer knapp 8,3 Prozent fester. Ähnlich sieht die Performance des EuroStoxx aus, der bei 3.158 Punkten um 5,3 Prozent seit Jahresbeginn zulegen kann und zum Jahrestief gleich 7,5 Prozent dazu gewinnt. Relative Schwäche zeigt der britische FTSE 100, der natürlich unter den Brexit-Wirren zu leiden hat. Der Leitindex aus London kann seit Jahresanfang lediglich ein Plus von 0,7 Prozent verbuchen. Gegenüber dem Jahrestief präsentiert er einen vergleichsweise moderaten Aufschlag von 3,0 Prozent.

Auch in den Vereinigten Staaten kann sich der Aktienmarkt auf breiter Front erholen. Der medial so präsente Shutdown ist für die Börsianer eher ein Non-Event. Vielmehr treibt die Hoffnung auf eine baldige Lösung im Handelskonflikt mit China. Zudem spekulieren Investoren auf ein behutsameres Tempo wenn nicht gar auf ein Aussetzen der seitens der Fed anvisierten Zinserhöhungen für 2019. Vor diesem Hintergrund schauen die Marktteilnehmer mit Spannung auf die Ende Januar angesetzte Sitzung der amerikanischen Notenbank. Gegenüber Jahresbeginn notiert der Dow Jones bei aktuell 24.571 Punkten 6,4 Prozent stärker. Die Technologierbörse Nasdaq verbucht im selben Zeitraum ein Plus von 6,6 Prozent auf 6.711 Zähler. Der marktbreite S&P 500 präsentiert bei 2.646 Punkten einen Aufschlag von 6,4 Prozent. Die Aufschläge der drei großen US-Indizes gegenüber dem Jahrestief belaufen sich auf 9 bis 11 Prozent.

Handelskonflikt und Konjunktursorgen hatten auch die Aktienmärkte Asiens und insbesondere das Kursgeschehen Chinas belastet. Der Zollstreit mit den USA zeigt konjunkturelle Wirkung. Umso so größer ist wiederum das Erholungspotential im Falle einer Einigung. Zudem honorieren Investoren die Fiskal- und Infrastrukturmaßnahmen durch die chinesische Regierung, die – flankiert von einer lockeren Geldpolitik – das Wirtschaftswachstum weiter ankurbeln sollen. Investoren nutzen die korrekturbedingt attraktiven Kursniveaus zum Wiedereinstieg. In der Folge kann der chinesische SSE 50 bei 2.450 Punkten um 8,5 Prozent gegenüber Jahresbeginn und Jahrestief vorrücken. Im Vergleich dazu präsentiert der japanische Nikkei bei 20.745 Zählern lediglich ein Plus von 3,2 Prozent; in Relation zum Jahrestief dagegen einen ähnlich stattlichen Aufschlag von 8,3 Prozent. Auch am südkoreanischen Aktienmarkt weist die Tendenz gen Norden. Bei aktuell 2.181 Punkten gewinnt der KOSPI seit Anfang Januar 6,5 Prozent dazu. Die Differenz zum Jahrestief beläuft sich auf einen Bonus von knapp 9,4 Prozent.

Anleihen

Die angeführten geopolitischen und konjunkturellen Risiken sind auch an den Rentenmärkten nicht spurlos vorübergegangen. Dies gilt insbesondere für das von Kursturbulenzen an den Rohstoff- und Aktienmärkten geprägte Schlussquartal vergangenen Jahres. Während bis in den frühen Herbst noch Unternehmensanleihen auf den Kurszetteln ganz oben standen, werden seit Anfang Oktober vor allem die als sicher geltenden Staatsanleihen nachgefragt. Investoren bevorzugen also die Defensive: Sicherheit geht vor Risiko. In der Folge drehte die Jahresperformance von Unternehmensanleihen in die Verlustzone, während Staatspapiere mit hoher Bonität vor allem westlicher Industrieländer nun mehrheitlich grüne Vorzeichen vorweisen können. Deutsche Langläufer rentieren derzeit bei 0,2 Prozent. Im Januar letzten Jahres gab es bei 10-jährigen Bundesanaleihen dagegen noch eine Rendite von 0,5 Prozent zu holen. Ähnlich verhält es sich mit amerikanischen T-Bonds. Noch im Oktober waren bei US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren über 3,1 Prozent an laufender Verzinsung zu vereinnahmen. Aktuell sind es mit 2,73 Prozent knapp 40 Basispunkte weniger.

Rohstoffe

Die Rohstoffnotierungen bleiben weiter unter Druck. Dies gilt insbesondere für den Energieträger Öl. So hat Brent von seinem Jahreshoch Anfang Oktober 2018 bis zum Jahreswechsel rund 38 Prozent an Wert einbüßen müssen. Am 28.12.18 markierte die Nordseesorte bei 52,51 US Dollar den niedrigsten Stand seit knapp 16 Monaten. Noch schlimmer erwischte es das amerikanische Pendant WTI (West Texas Intermediate), das im selben Zeitraum rund 40 Prozent auf 44,83 USD verlor. Als maßgeblicher Belastungsfaktor fungieren weiterhin Überkapazitäten auf der Angebotsseite. Dazu passt die jüngste Meldung der amerikanischen Energiebehörde EIA, die in ihrem Jahresausblick 2019 von einer stetig steigenden US-Rohölproduktion bis Mitte der 2020er ausgeht. Bereits im nächsten Jahr werden die Vereinigten Staaten demnach auf die Seite der Netto-Ölexporteure wechseln. Seitens der OPEC Anfang Dezember beschlossene Maßnahmen, die eine Drosselung der Ölproduktion um täglich 1,2 Millionen Barrel vorsehen, hatten bis dato keinen nachhaltig preisstabilisierenden Effekt. Last but not least lastet die Sorge vor einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft auf den Ölkursen. Hoffnung macht Investoren derzeit eine zum Jahresbeginn gestartete Gegenbewegung. Ob diese lediglich technischer und damit temporärer Natur oder aber von Nachhaltigkeit geprägt ist, wird sich zeigen.

Schauen wir abschließend noch auf die Edelmetalle und im Besonderen auf Gold. Gerade in unsicheren Marktphasen gilt die älteste Währung der Welt als sicherer Hafen. So kommt auch die zwischen Oktober und Dezember zu beobachtende Aufwärtsbewegung von 1.200 auf 1.300 US-Dollar nicht gänzlich überraschend. Sie vollzog sich zeitlich parallel zur Korrekturbewegung am amerikanischen Aktienmarkt. Als weitere Stütze fungiert der zuletzt leicht schwächer tendierende Greenback, was wiederum die Kaufkraft in den goldaffinen Schwellenländern steigert. Dazu kommen große Zentralbanken, die ihre Devisenreserven zusehends auch in Gold diversifizieren. Als Beispiel dient Russland, das sich nahezu komplett von seinen im Portfolio befindlichen US-Staatsanleihen getrennt hatte und zu einem guten Teil in Gold umschichtete. Diesem Beispiel folgte jüngst auch China, wenn auch in einem kaum vergleichbaren, da wesentlich moderateren Ausmaß. Zu guter Letzt dürfte die Sorge um die weltweiten Konjunkturaussichten, Stichwort Rezessionsszenario, den Goldpreis gen Süden absichern. Ende Januar notiert das gelb glänzende Edelmetall bei rund 1.300 US-Dollar je Feinunze.

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Market Update Dezember 2018

(MARKTNACHRICHTEN, Krefeld, den 23.12.2018) Grundsätzlich sehen sich die Kapitalmärkte den bekannten Belastungsfaktoren gegenüber, die das Kursgeschehen schon seit dem dritten Quartal begleiten. Dabei dominieren nach wie vor die geopolitischen Risiken. Vorneweg findet sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie das nicht enden wollende Brexit-Drama. In beiden Fällen ist der Ausgang noch völlig unklar. Last but not least trüben sich weltweit die Konjunkturaussichten zusehends ein. Allen genannten Risiken ist gemein, dass sie in den letzten Wochen nicht abgenommen haben, sondern partiell eher größer geworden sind.

Geopolitik

Den gewichtigsten Belastungsfaktor stellt weiterhin der ungelöste Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und China dar. Sollte dieser weiter eskalieren und in einen lang andauernden Handelskrieg übergehen, wäre dies ein schwerer Bremsklotz für die Weltwirtschaft. Große Hoffnung setzten Anleger zum Monatswechsel auf den G20 Gipfel in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Von den im Umfeld geführten Verhandlungen beider Konfliktparteien versprachen sich Beobachter zumindest eine Entspannung. Genau danach sah es dann zunächst auch aus. Beide Seiten einigten sich auf eine Frist von 90 Tagen, innerhalb derer die Differenzen beigelegt werden sollten.

Entsprechend kontraproduktiv wirkte sich die in Kanada erfolgte Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei aus. Diese ist zwar momentan auf Kautionsbasis wieder auf freiem Fuß, soll aber weiterhin an die USA ausgeliefert werden. Hintergrund scheinen angebliche Verstöße gegen die Iran-Sanktionen der USA zu sein. Zumindest nicht auszuschließen ist, dass diese Entwicklung zu einer Deeskalation im Zollstreit beiträgt. Nichtsdestotrotz will China nun die ursprünglich für den Jahresbeginn geplante nächste Runde neuer Zölle aussetzen. Betroffen sind zunächst Aufschläge auf amerikanische Agrargüter, Automobile sowie Energieprodukte. Konkret reduziert China Zölle für US-Automobilimporte von 40 auf 15 Prozent und gestattet zudem wieder den Import US-amerikanischer Sojabohnen. Diese Geste macht zumindest Hoffnung auf eine einvernehmliche Beilegung des Handelskonflikts im neuen Jahr.

Auch in der alten Welt sind die geopolitischen Rahmenbedingen weiterhin von erheblicher Unsicherheit geprägt. So scheint das Brexit-Drama kein Ende nehmen zu wollen. Die englische Premierministerin Theresa May sah sich, angesichts massiven parlamentarischen Widerstandes gegen ihren mit Brüssel ausgehandelten Brexit-Entwurf, mit einem Misstrauensantrag konfrontiert, konnte diesen aber erfolgreich abwehren. Die geplante Abstimmung über das Vertragswerk wurde mangels Erfolgsaussichten nichtsdestotrotz bis spätestens zum 21. Januar 2019 vertagt. Bei einer Niederlage hätte der für Ende März geplante und vor allem geordnete Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) zur Disposition gestanden. Weitere Zugeständnisse konnte die britische Regierungschefin auch auf dem EU-Gipfel in Brüssel nicht erreichen. Im Raum steht nun ein möglicherweise erneutes Referendum über den EU-Verbleib Großbritanniens. Im Zuge dessen wären der Rücktritt Theresa Mays und sogar Neuwahlen denkbar. Politisches Chaos in London: Ende offen.

Ein Lichtblick kommt dagegen von der südlichen Euro-Peripherie. So konnten die EU und Italien eine Einigung im Budgetstreit um den italienischen Staatshaushalt erzielen. Demnach hat Brüssel für 2019 ein Defizit von 2,04 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung gebilligt. Von den seitens Italiens ehemals verbindlich zugesagten 0,8 Prozent ist damit nicht mehr viel übrig. Die neue Regierung hatte auf eine Neuverschuldung in Höhe von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gepocht. Mit dem nun gefundenen Kompromiss scheint die Gefahr einer neuerlichen Euro-Krise erst einmal gebannt und einer der zuletzt prägenden Belastungsfaktoren vom Tisch. Ungewollte Schützenhilfe hat Rom dabei aus Paris erhalten. Massive Unruhen durch die sogenannte Bewegung der „Gelbwesten“ hatten Präsident Macron zuletzt unter erheblichen Druck gesetzt.

Als Auslöser fungierten diverse Reform- und Sparmaßnahmen, die auch Steuererhöhungen beinhalteten. Die französische Regierung versucht die Bevölkerung nun mit großzügigen Finanzzusagen zu besänftigen, die jedoch den Haushaltsauflagen seitens der EU entgegenstehen. Frankreich wird nun seinerseits die Defizitkriterien brechen. Mit neuen Sozialausgaben und steuersenkender Politik wird das Haushaltsdefizit Frankreichs 2019 über drei Prozent liegen. Innerhalb der Verhandlungen zwischen Brüssel und Rom war dies natürlich eine Steilvorlage für Italien. Angesichts des Kompromisses, der Italien weitgehend entgegenkommt, können die Anleger also aufatmen. Auf der anderen Seite werden die Stabilitätskriterien der Währungsunion ein weiteres Mal aufgeweicht. Das regelbasierte Vertragswerk der Europäischen Union (EU) bekommt somit weitere Risse. Die Glaubwürdigkeit ist dahin. Keine schöne Perspektive für den Euro.

Aktienmärkte

Mit Ausnahme Italiens ist jedoch keiner der verbliebenen Belastungsfaktoren vom Tisch. Vielmehr hat sich die unsichere Gemengelage noch verschärft. Entsprechend schwach tendieren die Aktienmärkte auch im Dezember. Allen gennannten Konfliktherden ist jedoch weiterhin gemein, dass sie, im Falle einer Deeskalation, für die Aktienmärkte ein stattliches Erholungspotential bergen. Tiefer geht zwar immer, aber angesichts des zu beobachtenden Korrekturausmaßes könnten korrelierende ‚Worst Case‘-Szenarien bereits zu einem guten Teil eingepreist sein. Auf der anderen Seite darf natürlich auch das finale Abdriften in einen Bärenmarkt nicht ausgeschlossen werden. Zuletzt stellten sich sämtliche Erholungsphasen lediglich als temporäre Gegenbewegungen im Abwärtstrend heraus. Schlussendlich wurden allesamt für Gewinnmitnahmen genutzt, um in der Folge neuerliche Tiefs anzusteuern. Investoren befinden sich im ‚Risk-Off‘-Modus. Schauen wir uns an, wie sich dies auf die Performance der weltweit wichtigsten Aktienindizes niederschlägt:

Bei 10.519 Punkten verliert der deutsche Aktienindex (DAX) seit Jahresbeginn 18,24 Prozent. Gegenüber seinem Jahreshoch weist der Dax sogar einen Abschlag von 22,62 Prozent aus. Damit befindet sich der heimische Leitindex per Definition (Kursrückschlag > 20%) in einem Bärenmarkt. Nicht viel besser sieht die Performance des EuroStoxx aus, der bei 2.962 Zählern seit dem 1. Januar 2018 15,26 Prozent und zum Jahreshoch gleich 19,26 Prozent abgeben musste. Der britische FTSE 100 schlug sich vor diesem Hintergrund noch vergleichsweise wacker – und dass trotz aller Brexit-Wirren. Nichtsdestotrotz weist das Londoner Kursbarometer seit Jahresanfang ein Minus von 13,24 Prozent aus. Gegenüber dem Jahreshoch gibt der Leitindex um 15,74 Prozent nach.

Während die Aktienmärkte in der sog. alten Welt bereits im Frühjahr den Weg gen Süden einschlugen, kamen die US-Indizes erst im vierten Quartal unter Druck. Dies lag auf der einen Seite an den positiven Auswirkungen der unternehmensfreundlichen Steuerreform, und zum anderen daran, dass bis in den Herbst hinein haussierende Technologietitel mit überproportionaler Marktkapitalisierung (Apple, Alphabet & Co.) die betreffenden Indizes stützen konnten. Doch damit war es im dritten Quartal vorbei. Die negative Performance in Relation zum Jahresbeginn fällt damit jedoch moderater aus als bei den europäischen Pendants aus. So notiert der Dow Jones bei 22.434 Punkten 9,38 Prozent schwächer. Die Technologierbörse Nasdaq verbucht vor diesem Hintergrund ein Minus von 5,56 Prozent auf 6.045 Zähler. Der marktbreite S&P 500 präsentiert bei 2.413 Punkten einen Abschlag von 9,83 Prozent. Die Verluste betreffender US-Indizes gegenüber dem Jahreshoch liegen dagegen zwischen 15 und 19 Prozent und geben einen Hinweis auf die Intensität der Korrekturdynamik der letzten Wochen.

Handelskonflikt und Konjunktursorgen haben auch die Aktienmärkte Asiens und insbesondere das Kursgeschehen im Reich der Mitte belastet. So verliert der chinesische SSE 50 bei 2.306 Punkten 20,5 Prozent gegenüber Jahresbeginn. Zum Jahreshoch steht sogar ein Abschlag von 27,51 Prozent zu Buche. Bei 19.797 Zählern präsentiert der japanische Nikkei indes ein Jahresminus von 12,95 Prozent und zum Jahrestop einen Malus von 16,98 Prozent. Auch koreanische Anteilsscheine können sich dieser Gemengelage nicht entziehen. Bei einem Kursstand von 2.056 Punkten verliert der KOSPI gegenüber Jahresbeginn 16,46 Prozent. Die Differenz zum Jahreshoch beläuft sich auf ein Minus von 20,76 Prozent.

Konjunktur

Das Wirtschaftswachstum innerhalb der Euro-Zone hat sich im dritten Quartal (Q3) leicht abgeschwächt. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten beiden Quartalen noch jeweils 0,4 Prozent zulegen konnte, weist es in Q3 nur noch ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem vorhergehenden Quartal aus. Als Bremsklotz fungierte vor allem das wirtschaftliche Schwergewicht Deutschland, das den ersten BIP-Rückgang seit Q1 / 2015 verzeichnen muss. Als Ursachen lassen sich gleich mehrere Faktoren anführen. Vorneweg findet sich die Handelsbilanz. So sind die Importe im betreffenden Zeitraum gestiegen, während auf der anderen Seite die Ausfuhren abgenommen haben. Letzteres liegt nicht zuletzt an hausgemachten Problemen des Automobilsektors. Zu nennen wäre bspw. die komplexe Umsetzung neuer Regulierungsvorschriften beim Schadstoffausstoß. Dazu kommt die saisonal bedingt extreme Hitzephase, die nicht zuletzt die für Transport und Logistik so wichtigen Wasserwege stark beeinträchtigt hat. Entsprechende Einbußen hatte dann auch der private Konsum zu verzeichnen.

Die OECD korrigiert derweil die Konjunkturprognosen für die Europäische Währungsunion bis 2020 nach unten. Für 2018 geht die Organisation von einem Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent aus. Für das kommende Kalenderjahr sieht sie noch ein Wachstum von 1,8 Prozent und für 2020 schließlich ein BIP-Plus von 1,6 Prozent. Hintergrund sind neben einer generellen konjunkturellen Eintrübung vor allem die negativen Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). Summa summarum verliert die Wirtschaft Europas damit an Wachstumsdynamik.

Selbiges gilt für die andere Atlantikseite, wenngleich von einem wesentlich höheren Niveau aus. So geht die OECD für die USA für das laufende Jahr noch von einem Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent aus. Doch auch dort verliert die Konjunktur an Schwung, da für 2019 ein BIP-Plus von 2,7 Prozent und für 2020 lediglich noch ein Zuwachs von 2,1 Prozent prognostiziert wird. Das liegt einerseits daran, dass der positive Effekt von Donald Trumps Steuerreform allmählich ausläuft und andererseits an den zunehmend negativen Auswirkungen der protektionistischen US-Handelspolitik. Der Verlust an konjunktureller Dynamik geht jedoch von einem, wie gesagt, hohen Niveau vonstatten. Die Fundamentaldaten sind mehr als solide. Der Arbeitsmarkt brummt. Beispielhaft sei die Arbeitslosenquote genannt, die mit einem Stand von 3,7 Prozent seit nunmehr drei Monaten auf dem niedrigsten Niveau seit den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts notiert. Die offiziellen, monatlichen US-Arbeitsmarktreporte weisen regelmäßig beindruckende Job-Daten aus.

Damit ist die USA weiterhin ein wesentlicher Stützpfeiler für die Weltwirtschaft. Mit Sorge schauen Anleger allerdings auf die Annäherung der Renditen kurz- und langlaufender US-Staatsanleihen. Das Schreckensszenario stellt eine inverse Zinskurve dar. Dabei steigen die Zinsen für kurzlaufende Treasuries sprunghaft an, während zugleich die Zinsen für Langläufer deutlich nachgeben. Bis dato indizierte eine derartige Konstellation recht zuverlässig eine bevorstehende Rezession. So nahm die Zinskurve bereits Monate vor dem Platzen der Dot.com-Blase in 2000 und auch im Vorfeld der US-Hypothekenkrise im Jahr 2008 eine inverse Struktur ein.

Mit Blick auf die globale Konjunktur geht die OECD indes weiterhin von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent aus. Für 2019 und 2020 wurde das erwartete BIP-Plus von jeweils 3,7 Prozent auf 3,5 Prozent gesenkt. Zu einem nicht unwesentlichen Anteil ist dies auf das schwächelnde Wirtschaftswachstum Chinas zurückzuführen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt legte im dritten Quartal mit 6,5 Prozent nicht nur weniger zu als erwartet. Ein derart schwaches Wachstum wies das Reich der Mitte zuletzt Anfang 2009 aus. In diesem Kontext zeigen sich also erste Auswirkungen des Zollkonflikts mit den USA. Für 2018 erwartet China ebenfalls einen BIP-Plus von 6,5 Prozent. Der Internationale Währungsfonds reduzierte seine Wachstumsprognose für 2019 von 6,4 auf 6,2 Prozent. Auch die Weltbank geht für das kommende Jahr von einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf 6,2 Prozent aus.

Geldpolitik

Angesichts der gegenwärtigen Konjunkturdelle sowie der sich in diesem Zusammenhang zusehends eintrübenden Aussichten, dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) auch weiterhin geldpolitisch zurückhaltend agieren. Zuletzt hatten die europäischen Währungshüter die Wachstumsprognosen für die Euro-Zone in 2018 und 2019 um jeweils 0,1 Prozent auf 1,9 und 1,7 Prozent gesenkt. In diesem Kontext unterstrich EZB-Chef Mario Draghi noch einmal die von Brexit nebst Handelskonflikt ausgehenden, negativen Konjunkturauswirkungen. Zugleich geht die EZB bis Ende 2021 von Inflationsraten aus, die zu keinem Zeitpunkt dem gewünschten Teuerungsniveau von zwei Prozent nahekommen.

Auch vor diesem Hintergrund gibt es also keinen Handlungsbedarf für Zinserhöhungen. Lange Rede, kurzer Sinn: die EZB belässt den Leitzins nach wie vor bei null Prozent. Eine Erhöhung ist, wenn überhaupt, frühestens ab Herbst 2019 vorgesehen, aber wenig wahrscheinlich. Das seit März 2015 laufende Anleihekaufprogramm läuft derweil wie geplant zum Jahresende aus. Es wird also nicht noch mehr Kapital in die Märkte gepumpt, die Liquiditätsausstattung bleibt jedoch auf Rekordniveau, da die Wiederanlage fällig werdender Staatsanleihen auch weiterhin möglich ist. Entsprechend niedrig dürften hierzulande auch die Geldmarktzinsen notieren.

Bis dato konnten Anleger in allzu unsicheren Marktphasen stets auf die Unterstützung der US-Notenbank Federal Reserve System (FED) bauen. Diese Zeiten könnten vorbei sein. Die Fed-Sitzung im Dezember erwies sich jedenfalls als der erwartete Impulsgeber und sorgte für die entsprechende Bewegung, vorneweg an den Aktienmärkten. Allerdings weniger in die Richtung, die sich die Mehrheit der Investoren erhofft hatte. Wie erwartet verkündete das Federal Reserve System zunächst einmal die Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf einen Korridor von nunmehr 2,25 bis 2,50 Prozent. Keine Überraschung auch, dass die angedachte Zahl an Zinsschritten im kommenden Kalenderjahr, angesichts sich auch in den USA eintrübender Konjunkturaussichten, von drei auf zwei reduziert werden dürfte. Bereits an dieser Stelle hatten aber nicht wenige Marktakteure auf eine Zinsschrittpause spekuliert.

Doch von einem erhofften Auslaufen der zuletzt geldpolitisch restriktiveren Marschroute im kommenden Jahr war keinesfalls die Rede. Vielmehr gedenkt das Fed in puncto weiterer Zinserhöhungen lediglich geduldiger zu agieren. Zugleich verkündete Fed-Chef Jerome Powell, die Bilanzsumme der US-Notenbank weiter reduzieren zu wollen, was wiederum nichts anderes bedeutet, als den Märkten weitere Liquidität zu entziehen. In diesem Kontext geht es immerhin um ein monatliches Volumen von rund 50 Milliarden US-Dollar. Der entscheidende Auslöser für die harsche Abwärtsreaktion an den Aktienmärkten waren jedoch Powells Äußerungen, wonach das Fed den Tendenzen der Kapitalmärkte keine allzu große Beachtung zukommen lasse. „Wir blicken nicht auf einzelne Märkte, sondern auf die allgemeinen finanziellen Bedingungen, die aus unserer Geldpolitik folgen.“ so seine Worte. Bis dato galt das Federal Reserve System via geldpolitischer Absicherungsmaßnahmen (sog. Fed Put) als „Last Resort“ in Zeiten angeschlagener Märkte, nebst massiver Kursverluste. Diese Zeiten scheinen vorerst vorbei.

Rohstoffe

Bis Mitte Oktober hatte der Ölpreis eine atemberaubende Rally hingelegt. So kletterte Brent innerhalb von drei Jahren um fulminante 75 Prozent und markierte im Herbstmonat Notierungen im Bereich von 86 US-Dollar pro Barrel. Mitte Dezember ist davon nicht mehr viel übrig. Bei derzeit rund 54 US-Dollar hat die Nordseemarke wieder ca. 37 Prozent zum Oktoberhoch abgegeben. Als Katalysator diente die durch das US-Außenministerium erfolgte Relativierung des Handelsembargos gegenüber dem Iran. Letzterer gehört zu den weltweit größten Förderern und Exporteuren des schwarzen Goldes. Ursprünglich hätten die US-Sanktionen am 4. November 2018 in Kraft treten sollen und in der Folge für eine Angebotsverknappung beim Rohöl gesorgt. Dieses Szenario hatten die Ölpreise zuvor via starker Aufwärtsdynamik antizipiert.

Kurz vor Beginn des Embargos veröffentlichten die USA jedoch eine Liste von acht Ländern, die ohne Strafauswirkungen seitens der USA nun doch persisches Öl importieren dürfen. Betreffende Länder, darunter China und Indien, machen wiederum insgesamt 85 Prozent der iranischen Ölausfuhren aus. Die Talfahrt bei Brent und WTI nahm ihren Lauf und wurde noch flankiert von Ankündigungen Donald Trumps, die Förderung US-Öls auf unverändert hohem Niveau halten zu wollen. OPEC-Mitglieder versuchen nun ihrerseits mit einer Drosselung der täglichen Förderquoten dagegen zu halten, um die Marktpreise zu stabilisieren. Ob das reicht wird sich zeigen. Zum Angebotsüberhang könnte nämlich noch eine tendenziell schwächere Nachfrage im Zuge der sich abschwächenden Weltkonjunktur hinzukommen. Der starke US-Dollar (Greenback) fungiert in diesem Zusammenhang als weiterer Preisdämpfer. Vor diesem Hintergrund dürfte das Kursgeschehen weiterhin volatil und somit schwer kalkulierbar bleiben. Brent müht sich derzeit im Bereich von 55 US-Dollar um eine zaghafte Bodenbildung. Selbiges gilt für WTI Crude Oil im Bereich von 45 US-Dollar.

In einer bereits wesentlich länger andauernden Bodenbildungsphase befindet sich die weltweit älteste Währung Gold. Nach der zuvor erfolgten Baisse stehen die Chancen für eine Trendwende nun gar nicht so schlecht. Im vierten Quartal 2018 zeigt das glänzende Edelmetall beeindruckende relative Stärke nicht zuletzt gegenüber den Aktienmärkten. Gold wird verstärkt in unsicheren Marktphasen als Stabilität und Sicherheit versprechender Anlagehafen gesucht. Als Musterbeispiel dient die sich seit Herbst forcierende Talfahrt an den Aktienmärkten. Während Gold auf Dreimonatssicht knapp 5 Prozent zulegen kann, verloren die US-Aktienindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P im Mittel rund 18 Prozent an Boden. In Zeiten abnehmender Risikobereitschaft unter Anlegern und zugleich hoher Schwankungsintensität an den Finanzmärkten, fungiert Gold als klassische Absicherung innerhalb eines diversifizierten Portfolios. Angesichts der sich abzeichnenden Probleme an den Finanzmärkten und daraus möglicherweise resultierender Maßnahmen der Notenbanken (bspw. Comeback expansiver Geldpolitik des Federal Reserve Systems / Geldschwemme) könnte Gold in 2019 noch an Attraktivität gewinnen. Selbiges gilt bereits für ein Auslaufen der Zinserhöhungen seitens der Fed. In diesem Kontext wären eine anziehende Inflation sowie ein wieder schwächer tendierender Greenback als potentielle Preistreiber zu nennen.

Anleihen

Angesichts der unsicheren Gemengelage und einhergehender Nervosität an den Aktienmärkten gehen Investoren aus dem Risiko. Sicherheit und Stabilität heißen die Devise. Anlageklassen mit diesem Versprechen werden umso stärker gesucht. Klassisch zählen dazu neben Gold auch die Staatsanleihen westlicher Industrienationen. Insbesondere die Langläufer aus den USA und Deutschland erfreuen sich derzeit großer Popularität. So haben in der Folge die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen gegenüber November um rund 0,35 Prozent auf knapp 2,85 Prozent nachgegeben. Die laufende Verzinsung 10-jähriger Bundesanleihen notiert bei nur noch 0,23 Prozent und damit über ein halbes Prozent unterhalb des Jahreshochs. Die derzeit starke Nachfrage nach Gold und Staatsanleihen veranschaulicht eindrucksvoll, wie wichtig die Verteilung des Risikos, sprich die Diversifikation eines Investment-Portfolios über alle Anlageklassen hinweg ist. Dies gilt insbesondere für Marktphasen, die von starker Unsicherheit geprägt sind. Das turbulente Börsenjahr 2018 dient als gutes respektive warnendes Beispiel.

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Insbesondere berücksichtigen die Inhalte dieses Beitrags nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten und Informationen wiedergegebenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren ausschließlich die subjektive Auffassung oder Einschätzung von Timberland Capital Management GmbH und können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ohne Gewähr.

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Market Update November 2018

(MARKTNACHRICHTEN, Krefeld den 26.11.2018) Spannende Zeiten an den Börsen. Gleich mehrere Unruheherde sorgen in der zweiten Jahreshälfte und insbesondere im November für enorme Schwankungsbreiten an den Kapitalmärkten. Zum Einstieg in unseren Marktreport lohnt sich ein charttechnischer Blick auf den deutschen Aktienindex, um einen Eindruck von der hohen Dynamik des Kursgeschehens weltweit zu gewinnen. Angesichts der starken Exportorientierung und Internationalisierung der deutschen Unternehmenslandschaft wird der Dax gerne als Indikator für Zustand und Perspektive der globalen Konjunkturentwicklung herangezogen.

Marktfaktoren

Ob die betreffenden Preisregionen unterhalb der runden 11.000-Punkte-Marke noch einmal angelaufen werden, dürfte nicht zuletzt die Geopolitik entscheiden. Störfeuer kommt gleich aus drei Richtungen. Für die sogenannte „alte Welt“ hoffen Investoren auf eine zeitnahe Einigung in Zusammenhang mit dem sogenannten Brexit und einem erhofften geordneten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). Mit einem Vertrag zwischen Großbritannien und der EU ist die Messe jedoch noch nicht gelesen. Der Vertrag benötigt den Segen des britischen Parlaments. Sowohl dort wie auch in den eigenen parteiinternen Reihen sieht sich Premierministerin Theresa May jedoch massiver Kritik gegenüber. Ein ungeregeltes Ausscheiden Großbritanniens hätte auf Grund der engen Verflechtungen mit der EU gravierende Auswirkungen auf Wirtschaft und Handel beider Seiten.

Unsicherheit resultiert zudem aus dem Streit um den italienischen Haushalt aus. Die geplante Neuverschuldung ist mit 2,4% des Bruttoinlandsprodukts (BIPs) ausgewiesen und damit dreimal so hoch wie ursprünglich zugesagt. Trotz eines möglichen Defizit- respektive Strafverfahrens, initiiert durch die Europäische Kommission, zeigt die italienische Regierung bis dato kein Einlenken. Anleger fürchten als sogenanntes Worstcase Szenario ein Wiederaufflammen der Euro-Krise.

Auf der anderen Seite des Atlantiks sowie im fernen Osten gilt es wiederum den Handelskonflikt zwischen den USA und China zu entschärfen. Sollte die Eskalation in einen lang andauernden Handelskrieg münden wäre dies ein hinderlicher Bremsklotz für die Weltwirtschaft. Markteilnehmer hoffen vor diesem Hintergrund auf eine Lösung noch im Dezember, wenn sich Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping  zu Verhandlungen am Rande des G20 Gipfels treffen. Insgesamt erstrecken sich die US-amerikanischen Zölle auf chinesische Importe im Volumen von 250 Mrd. US Dollar. Die Chinesen haben im Gegenzug amerikanische Produkte im Wert von 60 Mrd. US Dollar mit Einfuhrzöllen belegt.

Aktienmärkte

Allen gennannten Konfliktherden ist gemein, dass sie – je nach Ausgang – für die weltweiten Aktienmärkten enormes Enttäuschungs- wie auch positives Überraschungspotential bergen. Letzteres hätte dann durchaus das Zeug, die von vielen so erhoffte Jahresendrally doch noch einzuleiten. Zudem dürfte die Berg- und Talfahrt der letzten Wochen das Negativ-Szenario schon zu einem guten Teil eingepreist haben. Umso dynamischer könnte eine Erholungsbewegung ausfallen.

Last but not least gilt es den Tech-Sektor im Blick zu behalten. Die jüngste impulsive Korrektur an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq – insbesondere von Blue Chips wie Apple, Facebook, Alphabet & Co.- hatte, angesichts ihrer enormen Marktkapitalisierung, den gesamten Aktienmarkt unter massiven Druck gesetzt. Dow Jones mit minus 1,9 Prozent, Nasdaq mit plus 2 Prozent und S&P mit minus 1,7 Prozent schlagen sich gegenüber dem Jahresanfang jedoch sehr wacker: Dies ist ein Indiz für die gute Verfassung der US-Wirtschaft. Da die Wall Street als Pulsgeber für die internationalen Aktienmärkte fungiert, lastet der Kursrutsch im November entsprechend auf dem Kursgeschehen in Europa und Asien.

In einem derart rauen Kielwasser verlieren der europäische sowie der deutsche Aktienmarkt an Boden. Der EuroStoxx weist gegenüber Jahresanfang ein Minus von 10,4 Prozent aus, der Dax verliert in diesem Kontext 13,1 Prozent. Ungelöste Konflikte rund um den Brexit und den Haushalt Italiens tragen zu der Negativ-Performance Europas bei. Hierzulande kommt noch der angeschlagene Automobilsektor hinzu. Auch Japan und China können sich dem Druck nicht entziehen. Der japanische Nikkei gibt seit dem 1. Januar diesen Jahres 5,4 Prozent nach. Der chinesische SSE50 notiert derweil 17 Prozent schwächer und hat dabei natürlich besonders unter dem Handelsstreit mit den USA zu leiden.

Kletternde US-Zinsen bringen derweil nicht wenige Schwellenländer in die Bredouille. Eine steigende Anlageattraktivität auf dem US-Geldmarkt lockt internationales Kapital in die USA. Neben daraus resultierenden Kapitalabflüssen sehen sich diejenigen Staaten, die vornehmlich in US-Dollar verschuldet sind, zugleich mit einem wiedererstarkten US-Dollar konfrontiert. Bei Abwertung der eigenen Währung macht das die Kredittilgung nicht einfacher. Staaten wie die Türkei oder Argentinien können ein Lied davon singen. Gespiegelt wird diese Problematik vom Kurs des MSCI Emerging Markets Currency Index. Der die Devisenkurse wichtiger Schwellenländer zum Dollar abbildende Index notiert nahe seines Jahrestiefs.

Geldpolitik

Die Korrektur der letzten Wochen kommt nicht gänzlich überraschend. Rund neun Jahre Hausse hatten die Aktienmärkte gleich reihenweise auf neue Allzeithochs katapultiert. Entsprechend dynamisch atmen die Märkte nun aus. Die Belastungsfaktoren Brexit, Italien und vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China fungieren dabei als Katalysatoren. Eingeleitet wurde die Trendwende jedoch von der Furcht vor einem stärkeren und schnelleren US-Zinsanstieg als bislang erwartet. Eine zusehends restriktive Geldpolitik der US-Notenbank ist nicht von der Hand zu weisen, erfolgt aber sehr zurückhaltend. Möglich macht es eine robuste amerikanische Konjunktur nebst einer Inflation im Zielkorridor. Dazu kommt eine Arbeitslosenquote auf Rekordtief.

Auf der anderen Atlantikseite wird nun die im Übermaß zur Verfügung gestellte Liquidität durch das Federal Reserve wieder eingesammelt, der Leitzins derweil sukzessive erhöht, wenn auch in sehr moderatem Ausmaß und Tempo. Derzeit quotiert der US-Leitzins in der Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent. Erwartet wird noch eine Erhöhung um 25 Basispunkte im Dezember. Für kommendes Jahr geht der Konsens von mindestens zwei weiteren Steigerungen aus. Bis Ende 2019 sollen die US-Leitzinsen dann um maximal 125 Basispunkte auf eine Spanne von dann 3,25 bis 3,50% geklettert sein. Das dürfte es dann aber auch gewesen sein. Die Kombination aus starker Konjunktur und restriktiverer Geldpolitik könnte in diesem Kontext die US-Anleiherenditen weiter steigen lassen.

In der alten Welt wird die Europäische Zentralbank die Zinsen dagegen möglicherweise noch lange nahe Null halten. Die Währungshüter verfolgen den Kurs einer behutsamen geldpolitischen Straffung. Zumindest das Anleihekaufprogramm der EZB wird zum Ende dieses Jahres auslaufen. Das dann erreichte Rekordniveau an Liquidität wird allerdings durch die Reinvestierung fällig werdender Anleihen noch geraume Zeit erhalten bleiben. Eine Leitzinserhöhung wird, wenn überhaupt, frühestens im letzten Jahresdrittel 2019 erwartet. Entsprechend niedrig dürften hierzulande die Geldmarktzinsen notieren.

Rohstoffe

Die Sorge vor einem eskalierenden Handelskonflikt zwischen den weltweit größten Volkswirtschaften USA und China als global größten Verbraucher von Industriemetallen, belastet auch die Notierungen an den Rohstoffmärkten. Preisdämpfend wirkt zugleich der starke US-Dollar. China steht für rund 50 Prozent des weltweiten Bedarfes an Aluminium, Kupfer, Nickel und Zink. So präsentiert dann auch der Bloomberg Industrial Metals Sektorindex, der die Preisentwicklung genannter Industriemetalle nachvollzieht, ein Minus von 15,5% gegenüber Jahresbeginn.

Die Rohölmärkte erwischten derweil einen rabenschwarzen November. Für das sogenannte schwarze Gold scheint die Klettertour zunächst einmal vorbei zu sein. Noch zu Beginn des Oktobers markierte die Nordsee-Sorte Brent ein Vierjahreshoch bei knapp 85 US Dollar. In den letzten Novembertagen pendelt sich Crude Oil nun bei knapp 60 US-Dollar ein. Neben einem Überhang auf der Angebotsseite fungiert hier auch der starke US-Dollar als Belastungsfaktor. Die Abwärtsbewegung arbeitet zudem das Szenario eines Handelskrieges zwischen den USA und China ein. Letzteres würde das globale Wirtschaftswachstum bremsen und eine konjunkturell nachlassende Nachfrage nach dem Energierohstoff bedeuten.

An einem potentiellen Boden bastelt dagegen Gold im Bereich von 1.200 US-Dollar. Größere Sprünge gen Norden werden durch den starken US-Dollar ausgebremst. Jedoch genießt das glänzende Edelmetall weiterhin den Ruf des sicheren Hafens. Gold wird gerade in unsicheren Börsenzeiten gesucht und dient nicht zuletzt als Absicherung gegen Verwerfungen in Aktienmärkten und Währungsräumen (Bsp. Italien -> aufflammende Euro-Krise).

Konjunktur

Die geopolitischen Unruheherde bleiben weiterhin gravierende Risikofaktoren für die globale Konjunkturdynamik. Die gen Süden reduzierte globale Wachstumsprognose durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) kommt vor diesem Hintergrund wenig überraschend.

So hat sich im November die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft den dritten Monat in Folge eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gab von zuvor 102,9 Zählern auf 102,0 Punkte nach. Das Barometer gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Produktionsprobleme der Autobauer angesichts neuer Abgastests hatten das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,2 Prozent schrumpfen lassen. Das heimische Wirtschaftswachstum verzeichnete damit den ersten Rückgang seit dreieinhalb Jahren. Die Wirtschaftsleistung der USA hat  im 3. Quartal dagegen weiter kräftig zugelegt. Mit 3,5% annualisiertem Wachstum gegenüber dem Vorquartal wurden die Erwartungen der Analysten sogar übertroffen.

Fazit

Eine Einbahnstraße gen Norden stellt die Kapitalanlage an den Aktienmärkten, angesichts genannter Belastungsfaktoren, wohl nicht mehr dar. Nach neun Jahren Hausse brechen nun wieder volatilere Zeiten an. Mehr noch: aus einer ausgeprägten Konsolidierung hat sich eine ausgemachte Korrektur entwickelt.

Vor diesem Hintergrund wird offensichtlich, wie wichtig eine breite Diversifikation und eine zu dem aktiv gemanagte Kapitalanlage ist. Nicht nur über Qualitätstitel unterschiedlicher Unternehmensbranchen und Regionen gilt es das Risiko zu streuen, sondern über alle verschiedenen Anlageklassen hinweg. Dazu gehören Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen und Immobilien.

Auf der anderen Seite ist das Ausmaß der aktuell zu beobachtenden Korrektur nicht gegenüber den weiterhin robusten Konjunkturdaten zu rechtfertigen. Dies gilt insbesondere für die US-Wirtschaft. Es werden aktuell eine Menge negativer Szenarien eingepreist. Entsprechend interessant fallen die Einstiegsniveaus für einen langfristigen Anlagehorizont aus. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) für globale Aktien, Schwellenländertitel und US-Aktien, aber auch für europäische Blue Chips sind spürbar zurückgegangen.

 

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